Staatsanwalt behauptet, einem Mann die Vorhaut abzuschneiden sei straffrei

  • Die Vorhaut ist der empfindlichste Teil des Penis, sie ist so zu sagen die Klitoris des Mannes.
  • In der Schweiz wird rund zehn Prozent der Knaben die Vorhaut abgeschnitten.
  • Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich Rechtsgelehrte auf der Grundlage der korrekten medizinischen Fakten zur männlichen Genitalbeschneidung äusserten.

Der Staatsanwalt hat allerdings die Strafanzeige mit der Behauptung abgewiesen, die männliche Genitalbeschneidung sei in der Schweiz straffrei.

Die Beschneidung von Knaben ist umstritten. Rund zehn Prozent der Knaben in der Schweiz werden beschnitten – meistens aus nichtmedizinischen Gründen. Die Folgen können sehr gravierend sein, ist die Vorhaut doch die empfindlichste Körperstelle des Mannes. Was spricht dagegen, Genitalverstümmelungen Gründen bei allen Menschen zu verbieten?

Pro Kinderrechte Schweiz fordert die körperliche Unversehrtheit und genitale Integrität auch für Knaben. Der Verein hat deshalb in Bern Strafanzeige gegen einen Arzt eingereicht, welcher Kindern ohne medizinische Notwendigkeit die Vorhaut amputiert – und ihn wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung im April dieses Jahres angezeigt.

Der Staatsanwalt hat allerdings die Strafanzeige mit der Behauptung abgewiesen, die männliche Genitalbeschneidung sei in der Schweiz straffrei.

Pro Kinderrechte Schweiz hat gegen diese rechtswidrige Abweisung der Strafanzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft eine Aufsichtsrechtliche Anzeige eingereicht. Sie verlangt, dass dieser Entscheid aufgehoben und die Strafanzeige korrekt geprüft wird.

Es ist nun zu beobachten, ob der Oberstaatsanwalt in seiner Entscheidung unabhängig ist und den Widerspruch und die Rechtswidrigkeit der Abweisung der Strafanzeige erkennt. Wird er respektieren, dass alle Menschen unabhängig von Alter und Geschlecht durch das Gesetz vor jeglicher genitaler Körperverletzung geschützt sind?

In der Schweiz setzt sich der Verein Pro Kinderrechte Schweiz dafür ein, dass Vorhautamputationen nur noch durchgeführt werden, wenn sie medizinisch unbedingt notwendig sind – und hat auch eine entsprechende Unterschriftensammlung lanciert.