Geschichten

Vor knapp 60 Jahren bin ich an einem Sonntag auf die Welt gekommen – bin also ein Sonntagskind. Und jeweils am Sonntag schlafe ich gerne lange, frühstücke gerne gemütlich und geniesse die Zweisamkeit mit meinem Partner … Aber das Leben besteht nicht nur aus Wochenenden – sondern auch aus Alltag!

Ich lebe unter einer gläsernen Käseglocke; und da ist die Welt in Ordnung – meistens jedenfalls. Und immer wenn ich nach draussen gucke, sehe ich Dinge, die mich aufregen. Beispielsweise darüber, dass unser kleines Land bei den LGBT‐Rechten im europäischen Vergleich nur knapp Mittelmass erreicht.

Und grad so wie ich mich auch mit knapp 60 ja eigentlich regelmässig outen muss («Nein, ich war nicht mit meiner Frau in den Ferien!»), ist meine Empörung über die Ungleichbehandlung von uns LGBT‐Menschen regelmässig gross. Darüber schreibe ich …

 

Von alten und neuen Feindlichkeiten
In seinem Buch «Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …» schreibt Johannes Kram ausführlich über eine neue Homophobie: «In der alten Homophobie bedeutete Homosexualität das Fehlverhalten von Individuen, also der Tatsache, dass es Menschen gibt, die sich sexuell falsch verhalten. Heute behaupten selbst Konservative, dass sie dieses Verhalten in Ordnung finden. Die Kritik am moralischen Fehlverhalten wurde dadurch ersetzt, dass dem Homosexuellen zwar zugebilligt wird, homosexuell sein zu dürfen, aber vor einem Zuviel von Homosexualität gewarnt wird.» …weiter…

Gedanken zum Tag gegen homo*, trans* und bi* Feindlichkeit
Jeweils im Mai erinnern wir uns daran, dass am 17. Mai 1990 die Weltgesundheitsbehörde Homosexualität von der Liste der psychischen Erkrankungen gestrichen hat. Dabei sind wir uns bewusst, dass Transgender im aktuellen Krankheitsklassifikationskatalog noch immer als mentale Störung aufgeführt ist. Dies soll voraussichtlich mit der Revision des Krankheitskatalogs 2018 korrigiert werden. …weiter…

DU QUEER DU!
Als Aktivist – nein, als Aktivist*in kam ich in den letzten Tagen ins Grübeln. Als Kind merkte ich, dass ich anders bin. Ich wurde als Weichei, als Memme, als «Meitschi» bezeichnet. Was Jungs machten – Fussballspielen etwa – interessierte mich wenig. Als ich dann entdeckte, dass ich auf Jungs stehe, verstand ich auch, warum ich ein «Meitschi» bin. Logisch, Schwule sind ja bekanntlich «weibische Männer»! …weiter…

Die tägliche Empörung
In seinem Buch ‹Immer wieder samstags› schreibt Rainer Hörmann: «In der schwulen Welt ist Empörung fast schon Dauerzustand». Dieser Satz hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Denn auch ich brauche täglich meine Dosis Empörung, die ich dann auch in meinem Blog – zelebriere. …weiter…

Wird es besser?
Heute ist der 12. März 2041. Ich werde heute 80 Jahre alt – und morgen ist meine Lebenszeit abgelaufen. Um 8 Uhr werden mir zwei Ärzte der Sektion «Lebensalter» des Gesundheitsamtes eine Spritze geben, die mich sanft ins Jenseits befördert. …weiter…