Glanz und vor allem Gloria: Superstar Madonna setzt ein Zeichen

50 Jahre Stonewall! In der Nacht vom 27. Juni 1969 begann in und vor der Bar Stonewall Inn in New York an der Christopher Street der Stonewall‐Aufstand und rund fünf Tage dauerte. Auslöser war die diskriminierende Behandlung durch die Staatsmacht mit Beschimpfungen und willkürlichen Polizeirazzien.

Dieser erste Aufstand vor 50 Jahren zeigte sofortige Wirkung und wurde zu einer weltweiten Bewegung: Wir feiern jährlich mit (Gay) Pride‐Umzügen das damalige Erwachen eines neuen Selbstbewusstseins.

Out and Proud

Aus dieser Zeit gibt es viele persönliche Schilderungen, die ständig weitererzählt wurden – und sich zu Legenden entwickelten. Aber – so ist es auf schwulengeschichte.ch zu lesen – gehört es zur Geschichte grosser Umbrüche, dass gewisse Begebenheiten später verklärt und zum Mythos werden. Ein Beispiel sei da etwa die Gründung der schweizerischen Eidgenossenschaft.

Ernst Ostertag fragt sich auf schwulengeschichte.ch: «Warum sollen die Homosexuellen nicht auch ihren Mythos haben?»

Mit jedenfalls gefällt diese Geschichte: Die angestaute Wut war in dieser legendären Nacht derart gross, dass die Mutigsten unter den Gästen im Stonewall Inn ihre Stöckelschuhe auszogen und mit den Absätzen auf die Uniformierten einschlugen. Im Weltbild eines Polizisten war ein solcher Gegner kaum vorstellbar!

Und in ein paar Jahren wird eine neue Geschichte dazukommen: Madonna – Ikone der queeren Community und offizielle Botschafterin der Feierlichkeiten zu «50 Jahre Stonewall» – besuchte überraschend und in Begleitung ihres Sohnes David in der Silvesternacht die berühmte Bar an der Christopher Street – um zwei Lieder zu singen und eine flammende Rede zu halten.

«50 Jahre aufstehen gegen Diskriminierung, Hass und schlimmste Gleichgültigkeit. … Vergessen wir niemals die Stonewall Riots und diejenigen, die aufgestanden sind und gesagt haben: Genug.»