26 Staaten anerkennen die «Ehe für alle»: Die neusten Zahlen der ILGA veröffentlicht

Diese Woche hat die ILGA (International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) während ihrem Treffen in Neuseeland mit Aktivist*innen aus 100 Ländern die neuste Ausgabe des «State Sponsored Homophobia»-Reports vorgestellt.

Im rund 540‐seitigen Bericht wird der jeweilige staatliche Umgang mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in den 193 UN‐Mitgliedsstaaten analysiert. Mit einer Weltkarte wird zudem die Situation in allen Ländern grafisch dargestellt.

  • In 123 Staaten der Vereinten Nationen (UN) ist einvernehmlicher, gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Erwachsenen legal.

  • 70 Staaten kriminalisieren einvernehmlichen, gleichgeschlechtlichen Sex zwischen Erwachsenen.
  • Sechs Staaten verhängen im Strafgesetzbuch die Todesstrafe auf Homosexualität: Iran, Saudi‐Arabien, Jemen, Sudan, Somalia (regional), Nigeria (regional). In fünf weiteren Staaten ist diese Strafe theoretisch möglich (Pakistan, Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, Katar und Mauretanien).

  • 39 Staaten verbieten Hassverbrechen und Gewaltakte, die sich gegen sexuelle Orientierung richten, per Gesetz; 42 Staaten haben die Bestrafungsrichtlinien für homophobe Hassverbrecher verstärkt.

  • 26 Staaten anerkennen die «Ehe für alle», 27 Länder bieten eingetragene Lebenspartnerschaften.
  • 28 Staaten erlauben gleichgeschlechtlichen Paaren Adoptionen, während 30 Länder gleichgeschlechtlichen Partnern die Adoption von leiblichen Kindern gewähren, die mit in die Beziehung gebracht wurden.

  • 32 Staaten schränken die Redefreiheit um Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität ein; 41 Staaten behindern die Gründung von LGBTI‐Organisationen.

Bei der Vorstellung des Reports sagte der ILGA‐Vorsitzende André du Plessis: «In der Vergangenheit haben wir wesentlich das Fortbestehen der Todesstrafe als Extrem der einen Seite und die ‹Ehe für alle› auf der anderen betrachtet». Doch im aktuellen Report bilden die Top‐Kategorien aber jene Länder, die einen verfassungsrechtlichen Schutz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung bieten. Verfassungen von neun Ländern erwähnen die sexuelle Orientierung in ihren Verfassungen als expliziten Grund für Diskriminierungsschutz. Das zeige, ergänzt André du Plessis, «wie viel sich in der Welt getan hat». Allerdings reiche ein einfacher Blick auf die ILGA‐Weltkarte, «um zu erfassen, wie viele Staaten unserer Community noch immer Rechte vorenthalten, und dass noch viel Arbeit vor uns liegt».