Öffnung der Zivilehe könnte in weite Ferne rücken

Was macht ihr für ein Scheissspiel mit uns? Die doch längst überfällige Öffnung der Zivilehe für uns gleichgeschlechtlich Liebenden wird langsam zum Trauerspiel …

Obschon sich auch innerhalb der CVP politisierende Menschen dafür stark machen, dass die CVP ihre Initiative zugunsten eines Gegenvorschlags ohne Ehe-Definition zurückzieht, musste ich gerade in der Zeitung lesen, dass der Bundesgerichtsentscheid zur Heiratsinitiative «wohl Folgen für Schwule und Lesben» haben wird: «Dem Gesetzesprojekt für die Homosexuellen-Ehe droht eine längerfristige Blockade», steht da in der Berner Zeitung – und mir wird grad zweimal übel! Wir wollen endlich die Öffnung der Zivilehe ohne Kompromisse, denn mit dem Partnerschaftsgesetz haben wir schon eine «Homosexuellen-Ehe» – einen Sonderstatus quasi, statt gleiche Rechte für gleiche Pflichten. Und dass wir weiterhin darauf warten müssen, stinkt mir gewaltig.

Die im Parlament aufgegleiste Reform der Ehe könnte sich «auf unbestimmte Zeit verzögern», lese ich weiter. Zurzeit liegt ein ausgearbeiteter Reformvorschlag vor; die Rechtskommission des Nationalrats schickte den Gesetzesentwurf vor einem Monat in die Vernehmlassung. Und ohne das Debakel mit der CVP-Initiative hätte das Geschäft bereits im Winter im Parlament behandelt werden können – mit der Aussicht, die Ehe 2020 zu öffnen. Doch sollte die CVP-Initiative 2020 erneut vors Volk kommen, wird dieser Plan nicht einzuhalten sein – da ja eben die CVP mit ihrer Initiative so beiläufig die Ehe als «Lebensgemeinschaft von Mann und Frau» in der Verfassung festschreiben will.

Beat Flach, GLP: «Wenn 2020 eine neue Volksabstimmung angesetzt wird, sollten wir das Geschäft bis dann sistieren».

Zwar ist über das weitere Vorgehen noch nicht entschieden, doch was gerade beispielsweise Beat Flach – seine Grünliberale Partei hat 2013 mit einer parlamentarischen Initiative die «Ehe für alle» angestossen – verlauten liess, macht wenig Hoffnung: «Wenn 2020 eine neue Volksabstimmung angesetzt wird, sollten wir das Geschäft bis dann sistieren».

Trotzig und wütig zeigt sich auch Pink Cross auf Facebook: «Nein, nein, nein! Dieses Spiel machen wir nicht nochmals mit! Wegen dieser unsäglichen CVP-Initiative sind wir mit der Ehe für alle noch nicht weiter – und nun sollten wir mit der gleichen Begründung nochmals ein paar Jährchen warten?».

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