«Rammstein» schwenken in Polen die Regenbogenfahne

Bei mir hängt eine Regenbogenfahne auf dem Balkon, Madonna hat sie natürlich auch schon gezeigt und während dem ESC sieht mensch sie am Fernseher sowieso ständig. Doch wenn die Ur-Punker der Gruppe «Rammstein» dies in Polen tun, ist dies ganz klar eine Schlagzeile wert.

Die polnische Hauptstadt Warschau ist von Bern aus rund 1500 Kilometer entfernt und mit dem Zug in etwa 15 Stunden erreichbar. Polen gehört seit 2004 zur EU.

In der polnischen Stadt Bialystok ist die erste Pride von massiven Gegenprotesten und Gewalt überschattet worden. Gruppen von Hooligans attackierten die rund 800 Teilnehmenden des Marsches mit Steinen, Knallkörpern, faulen Eiern und Flaschen. Katholische und nationalistische Gruppen organisierten rund 40 Gegenkundgebungen. Vor der Kathedrale in Bialystok beteten hunderte Menschen gegen die «Sünde der Sodomie».

In Polen verteilt ein Polit-Magazin Aufkleber mit einer durchgestrichenen Regenbogenflagge und dem Aufdruck «LGBT-freie Zone». Wenigstens hat ein Gericht dies allerdings unterbunden. Doch setzt sich das Magazin offenbar darüber hinweg und verteilt die Sticker weiter. Der Gerichtsentscheid sei Zensur und gehe unter Umständen dagegen in Berufung.

Irgendwie war mir die deutsche Band «Rammstein» immer zu hart und ihre Texte zu derb (ich kenne höchstens das Lied «Bück dich»). Seit ihrem Konzert im polnischen Chorzów liebe ich die «Jungs» allerdings. Was für ein grossartiges Zeichen, während einem Konzert in Polen eine Regenbogenfahne zu schwenken.