Schlagwort «Pinkwashing»

Entdeckt auf der Website von Adidas.

Mit der soeben vermeldeten Insolvenz von GayStarNews.com sind mir heute in den Welten des WWW zwei Aussagen im Zusammenhang von Pinkwashing aufgefallen.

Schon während dem «Pride-Month» sind mir auf Facebook die unzähligen eingefärbten Logos aufgefallen. Die SBB haben es beispielsweise gemacht, Coop, Swiss und die UBS ebenfalls. Ist dies Marketing, damit ich als Schwuler meine Einkäufe bei Coop mache? Oder tun diese Firmen tatsächlich etwas für unsere Community?

Die englischsprachige News-Plattform GayStarNews.com mit Sitz in London muss den Betrieb aus «finanziellen Gründen» per sofort einstellen, rund 20 Mitarbeitende verlieren den Job. Schuld sei, schreiben die Betreiber in einer Mitteilung, unteranderem eben Pinkwashing: «Statt mit uns zu arbeiten und sich das ganze Jahr über mit LGBTIQ-Personen zu befassen, tauchen sie ihr Logo während der Pride-Week oder des Pride-Month» in Regenbogenfarben und spenden – im Idealfall – einen kleinen Betrag an eine LGBTIQ-Organisation». Das sei Alibimarketing vom schlimmsten!

Diese Tage ist im «Handelsblatt» unter dem Titel «Rendite mit Regenbogen» ein spannender Artikel erschienen. Zitiert wird Johannes Vogl, Kreativchef bei einer Digitalagentur in Berlin. Er ist sicher, dass es vielen Unternehmen wohl weniger um die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Schwulen oder Lesben weltweit gehe, oder trans- oder inter Menschen nach wie vor keine Lobby haben «oder sich deren Themen in irgendeiner Weise angenommen wird». Vielmehr werde eine Augenhöhe suggeriert, die faktisch nicht da sei. Gehen die Erlöse der Verkäufe an eine queere Organisation oder ist es nicht doch eher Pinkwashing, «weil man Profit erzielen will»? Sein persönliches Fazit: «Ich befürchte, eher zweiteres ist der Fall».

Die SBB tun was! Haben doch die Schweizerischen Bundesbahnen am 26. März 2019 das «Swiss LGBTI Label» erhalten. Das Label bestätigt das Engagement der SBB im Bereich der Gleichstellung von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.

Der Adidas-Konzern im deutschen Herzogenaurach garantiert gemäss Meldungen aus dem Jahr 2016, dass Sponsoring-Verträge nicht geändert oder gekündigt werden, falls sich Sportler*innen als Mitglied der LGBT-Community outen.