Ellyot möchte gerne ins Militär!

Ellyot ist trans. Und er möchte Dienst an der Waffe für sein «Vaterland» leisten – so wie das viele Männer in seinem Alter dürfen (und manchmal müssen). Aber er darf nicht!

Als trans Mann könnte Ellyot von den anderen Soldaten diskriminiert werden, vermutet die Armee. Für mich war die Bürgerpflicht «Militärdienst» lästig und der Sinn dieser Pflicht unverständlich. Trotzdem finde ich den Ausschluss von trans Personen durch das Militär ausgrenzend und diskriminierend.

Gemäss ‹20 Minuten› – und beruft sich dabei auf die Zeitung ‹24 Heures› – habe Ellyot im August des letzten Jahres «offiziell sein Geschlecht» geändert und startete eine Hormontherapie «auf Testosteronbasis». Und die Gratis-Zeitung weiss auch, dass ihm «die Brüste operativ entfernt und gleichzeitig eine männliche Brust geformt» wurde. Und seine Transition sei nach Plan verlaufen: «Die Nachricht wurde von meiner Familie und meinen Freunden gut aufgenommen. Ich fühle mich seitdem viel wohler.»

Und nun eben die Entscheidung «untauglich» der Armee, obwohl er sportlich wie auch medizinisch alle Tests bestand: «Der Arzt sagte mir, dass meine Ergebnisse zwar alle gut waren, ich aber durchgefallen sei, weil im medizinischen Handbuch der Armee steht, dass ein trans Mensch automatisch für doppelt untauglich erklärt wird», zitiert ‹20 Minuten› Ellyot. Gegen den Entscheid hat er nun Berufung eingelegt.

Die Armee nehme das Thema aber ernst!

Gegenüber ‹24 Heures› erklärte die Armee, «dass Transsexualität allein eine Person nicht ungeeignet für das Militär mache. Es müssen dabei stets mehrere Faktoren mit in Betracht gezogen werden. So brauchen Transgender-Menschen oft medizinische oder psychologische Unterstützung, die die Armee nicht garantieren könne. Die Einsatzfähigkeit sei also nicht immer gewährleistet.»

«… brauchen oft medizinische und psychologische Unterstützung …». Diese Aussage ist nicht nur herabsetzend und entwürdigend, sie entbehrt auch jeglicher sachlichen Grundlage.

Die Armee führe jedes Jahr durchschnittlich 18 Eignungstests bei trans Menschen durch: «Bisher habe aber erst eine Transgender-Person die Militäruniform getragen», schreibt ‹20 Minuten›. Die Armee nehme das Thema aber ernst. Deshalb habe die Armee am 1. April einen Diversity-Experten eingestellt, der sich nicht nur mit LGBT-Themen auseinandersetzen soll, sondern auch mit sprachlichen Minderheiten oder Religionen.

TGNS – Transgender Network Switzerland – schreibt auf Facebook zur Geschichte von Ellyot, dass die TGNS-Rechtsberatung schon erfolgreich geholfen habe, wenn jemand Dienst leisten wollte.