Die «Mitte-Fraktion» mit CVP, EVP und BDP wollen eine «Ehe für alle light»

Die Parteien rüsten sich für die Debatte rund um die «Ehe für alle», die voraussichtlich am 17. März im Nationalrat geführt werden wird. Entsprechend hat soeben die Mitte-Fraktion – die Parteien CVP, EVP und BDP – zum Auftakt der Frühjahrssession ein Communiqué an die Medien verschickt. «Eine Mehrheit der Mitte-Fraktion unterstützt die ‹Ehe für alle›, die eine Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare miteinschliesst», steht da in orange und schwarz auf weissem Hintergrund. Soweit so fast gut!

Allerdings: Kritisch sind die Parlamentarier*innen der Mitte-Fraktion beim Zugang zur Fortpflanzungsmedizin. «Sollte diese Forderung, in der zum Ende der Debatte vorliegenden Gesetzesentwurf enthalten sein, wird sich die Mitte-Fraktion in grosser Mehrheit dagegen aussprechen», steht da im Communiqué.

Ich halte fest: Uns gleichgeschlechtlichen Paaren wird immer «Salamitaktik» vorgeworfen. Allerdings läuft gerade die «Drohung» der Mitte-Fraktion genau darauf hinaus. Werden verheiratete Frauenpaaren von der Samenspende ausgeschlossen, wird die «Ehe für alle» wiederum eine Ehe speziell für gleichgeschlechtliche Paare. Ein solches Institut kennen wir mit der eingetragenen Partnerschaft bereits. Mit Männern verheiratete Frauen haben heute bereits Zugang zur Samenspenden. Ein Ausschluss von Frauenpaaren ist eine grobe Ungleichbehandlung und nur schwer akzeptierbar.