Es wird spannend: «Ehe für alle»? Oder «Ehe für fast alle»?

Schlagzeile in verschiedenen Tageszeitungen: «Wie weit geht das Parlament?». Morgen Mittwoch debattiert der Nationalrat die «Ehe für alle». Wir gleichgeschlechtlichen Paare wollen endlich dieselben Rechte und Pflichten, wie heterosexuelle Paare – und zwar ohne Kompromisse.

Zur Debatte stehen zwei Varianten:

  • Alle Paare haben die genau gleichen Rechte, egal ob homo oder hetero. Mit Absicherung der Familien, mit Schutz der Kinder, mit Samenspende. Die Ehe wird tatsächlich zur «Ehe für alle».
  • Partnerschaft Plus: Keine Absicherung von Familien und kein Schutz für Kinder – das heisst auch: kein Zugang zur Samenspende (die für ungleichgeschlechtliche Paar notabene erlaubt ist).

Laut Umfragen sind 66 Prozent der Bevölkerung für die vollständige Öffnung der «Ehe für alle». Und trotzdem haben sich der Bundesrat und die Mehrheit der vorberatenden Kommission für die ungerechte «Partnerschaft Plus» ausgesprochen. Doch eine vollständige Gleichberechtigung ist überfällig und nur mit einer «Ehe für alle» für tatsächlich «alle» möglich.

Die Zielgerade bis zur Öffnung der Zivilehe ist noch nicht erreicht. Nachdem der Nationalrat morgen die «Ehe für alle» debattiert hat, wird anschliessend die Rechtskommission des Ständerats das Geschäft behandeln. Während der Herbst- oder Wintersession dieses Jahres wird der Ständerat debattieren. Falls National- und Ständerat eine unterschiedliche Version bevorzugen, geht das Geschäft zwischen beiden Räten hin und her, bis eine Einigung gefunden ist. Und falls nach dem Parlamentsentscheid innert drei Monat mindestens 50’000 Unterschriften gegen die «Ehe für alle» gesammelt werden, kommt es voraussichtlich im 2021 zu einer Volksabstimmung.