LGBTIQ am Arbeitsmarkt in Deutschland: Gebildet und oftmals diskriminiert

Gemäss einer soeben veröffentlichten gemeinsamen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld werden 30 Prozent der queeren Menschen in Deutschland am Arbeitsplatz diskriminiert. Ebenso ist fast ein Drittel der LGBTIQ nicht oder nur teilweise gegenüber Kolleg:innen geoutet. Insbesondere trans Menschen berichten häufig von Diskriminierungserfahrungen im Arbeitsleben.

Gerade die intensiven öffentlichen Debatten über die Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare oder über die Angabe nicht-binärer Geschlechtsoptionen in Personenstandsregistern habe die Sichtbarkeit von queeren Menschen in Deutschland in den vergangen 20 Jahren deutlich erhöht. Gleichzeitig hat in den vergangenen Jahren auch die gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTIQ deutlich zugenommen.

Trotz der Fortschritte erfahren queere Menschen aber auch heute noch gesellschaftliche Ablehnung und Benachteiligungen in verschiedenen Lebensbereichen:

  • 30 Prozent der befragten LGBTIQ erfahren Diskriminierung im Arbeitsleben.
  • LGBTIQ in Deutschland haben im Schnitt eine bessere Schulbildung als cis Heterosexuelle.
  • Ein Drittel der LGBTIQ ist gegenüber Kolleg:innen nicht geoutet oder geht verschlossen mit der sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität um.
  • In Branchen, in denen unterdurchschnittlich wenige LGBTIQ arbeiten, sind diese häufiger nicht geoutet.
  • Ein offenes Betriebsklima gegenüber LGBTIQ ist Befragten besonders wichtig und könnte die Attraktivität von Unternehmen deutlich erhöhen.

Gemäss der Studie aus Deutschland sind zudem im Gewerbe und in der Landwirtschaft queere Menschen unterrepräsentiert. Häufiger vertreten sind sie dagegen im Gesundheits- und Sozialwesen. Dabei ist es auffällig, dass im erstgenannten Bereich nur 57 Prozent der LGBTIQ gegenüber Kolleg:innen offen mit ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität umgehen, während dies im Gesundheits- und Sozialwesen knapp drei Viertel der Befragten tun. Offenbar meiden queere Menschen bestimmte Berufsbranchen, weil sie dort mehr Diskriminierung befürchten. Insgesamt sind 69 Prozent der Befragten vor Kolleg:innen, aber nur 60 Prozent vor Vorgesetzten geoutet.

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