Dossier: Mobbing in Melchnau

Homosexuelle Menschen hätten nichts in der Kirchenleitung zu suchen. Stattdessen sollten homosexuelle Menschen «mit guter Seelsorge behutsam an die Wahrheit herangeführt werden». Trotz seiner Homosexualität wird Max Blum (der richtige Namen ist mir bekannt) in den Kirchgemeinderat von Melchnau gewählt.

Mir liegt ein Mail vor, das die Präsidentin der Kirchgemeinde Melchnau noch vor der Wahl von Max in den Kirchgemeinderat verschickt hat. Ein kurzes Beispiel: «Seine Neigung/sein Verlangen zu anderen Männern ist ein Ausdruck für ein Herz, das in erster Linie an eine Neigung vergeben ist, die nicht Gottes Willen entspricht. … Er stellt sich selber und seine Schwäche (bewusst?) an erste Stelle. Genauso wie Habgier, Zorn, Eitelkeit, Faulheit, Lüge, Tratsch, Wut, Selbstsucht etc. auch solche Schwächen sein können.»

Dieser äusserst krasse Fall von Mobbing und diese unhaltbare Auslegung der Bibel haben Max. in eine tiefe, psychische Krise geführt. Im Namen von hab queer bern habe ich deshalb den Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn mit einem Brief mit «dem Fall» konfrontiert. «Entsprechend unserer Tradition als offene Volks- und Landeskirche sehen wir eine zentrale Aufgabe darin, in Fragen des religiösen Lebens andere Auffassungen und Lebensweisen unter Beteiligten Verständnis zu entwickeln und bei Konfliktsituationen im Dialog gemeinsam geeignete Auswege zu suchen», schreibt der Synodalrat im Antwortschreiben.


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